Das jfc Medienzentrum führt gemeinsam mit dem Filmforum NRW im Museuim Ludwig die erfolgreiche Schulkinoreihe fort.

Zucchini

Die Schulkinoreihe „Schule des Sehens“ des jfc Medienzentrum hat es sich zum Ziel gesetzt, herausragende Filme für die Bildungsarbeit im Unterricht anzubieten. Schulklassen und ihre Lehrer sind eingeladen, den Unterricht der Oberstufe in den Kinosaal zu legen.

 

Dabei arbeitet das jfc Medienzentrum mit dem Filmforum im Museum Ludwig zusammen. In der Reihe „Filmgeschichten“ werden dort filmhistorische Programme präsentiert, in denen ausgewählte Motive in den Blick genommen und durch die Filmgeschichte verfolgt werden. In der Kombination von Klassikern und neuen Filmen wird die Vielseitigkeit filmischen Erzählens erlebbar. Die „Schule des Sehens“ greift Konzept und Thema der „Filmgeschichten“ auf und bereitet es für die Vorführung mit Schulklassen auf. Schulklassen sind eingeladen, den Blick für verschiedene Filmsprachen und Lesarten zu schärfen und Filmgeschichte und aktuelle Filme neu zu entdecken.

 

In diesem Jahr steht das Thema „Manifeste“ im Zentrum der Reihe. Häufig formulieren Filme Forderungen nach Änderungen. Meistens geht es um gesellschaftliche Veränderungen. Bei Kinderfilmen werden oft die Rechte der Kinder auf ein Aufwachsen in Sicherheit eingefordert, ebenso das Recht auf Bildung und das Recht auf eine lebenswerte Zukunft.

 

Zum Auftakt zeigen wir den Film DER TRAUM ein dänischer Kinderfilmklassiker, der sich für die Rechte von Kindern, frei von Gewalt zu leben, stark macht. Auch die weiteren Titel unserer Schulkinoreihe fordern Rechte von Kindern ein.

 

Geeignet sind die Filme für den Unterricht in den Fächern Deutsch und Sozialkunde sowie zu den Themen Philosophie und Psychologie.

Die Vorführungen laufen zu einem festen Termin, können aber auch zeitnah abweichend von Ihnen gebucht werden. Die Veranstaltungen werden von einem erfahrenen Filmbildungsreferenten begleitet, der bei den Vorführungen mit den Schülern Aspekte des Films untersucht.

 

Pädagogisches Begleitmaterial wird, sofern vorhanden, vermittelt.

 

Sprechen Sie mit uns: Tel. 0221 – 130 56 15 18.

 

 

In der Reihe „Filmgeschichten für Kinder“ bieten wir zusätzliche Kinderkinoprogramme am Sonntagnachmittag an. Zum Internationalen Museumsfest am 19. Mai zeigen wir DIE VORSTADTKROKODILE – eine Verfilmung des gleichnamigen Buches von Max von der Grün. Im November steht der nahezu magische animierte Film DIE MELODIE DES MEERES auf dem Programm der „Filmgeschichten.

 

 

 

Mittwoch, 30.09.2020, 10.00 Uhr

Der Traum

(Drømmen)

Spielfilm, Dänemark, Großbritannien 2005, 109 Min., Regie: Niels Arden Oplev Janus Dissing Rathke, Jens Jorn Spottag, Anne-Grethe Bjarup Riis, FSK: ab 6,

empfohlen ab 10 Jahren

 

Dänemark im Sommer 1969. Der 13-jährige Frits lebt auf dem Land. Nachdem sein Vater Peder mit Depressionen eingeliefert wird, legt sich seine Mutter Stine einen Fernseher zu. Frits erfährt so alles über die Studentendemonstrationen und den kürzlich ermordeten Martin Luther King. An seiner neuen Schule leidet er wie alle anderen Schüler unter der Tyrannei des prügelnden Direktors Lindum-Svendsen. Als Frits nach einem Streich vom Direktor fast das Ohr abgerissen wird, verlangen seine Eltern eine juristische Untersuchung. Doch der Vorfall soll unter den Teppich gekehrt werden. Frits lässt sich nicht entmutigen und streitet mit Hilfe seiner Familie und dem neuen und unkonventionellen Lehrer Freddie Svale für seine Rechte. So wird aus dem Film ein Manifest für die Freiheit von Kindern vor Gewalt.

 

 

Donnerstag, 08.10. 2020, 10.00 Uhr

Die rote Linie – Widerstand im Hambacher Forst

Dokumentarfilm, Deutschland 2019, 115 Min., Regie: Karin de Miguel Wessendorf, FSK: oA, empfohlen ab14 Jahren

Die Regisseurin Karin de Miguel Wessendorf ist eingeladen.

 

Deutschland hat sich zur Einhaltung ambitionierter Klimaziele verpflichtet. Dennoch wird im Rheinischen Revier, dem größten geschlossenen Braunkohlevorkommen Europas, weiter Kohle für die klimaschädlichste Art der Stromerzeugung abgebaut.
40.000 Menschen mussten bereits ihre Heimat verlassen, um den Baggern Platz zu machen, aber die Proteste gegen die Umsiedlungen blieben weitgehend unbeachtet. Erst durch die Baumbesetzungen, mit denen Klimaaktivist*innen gegen die Rodung des Hambacher Forstes protestieren, hat sich der Widerstand öffentlich Gehör verschafft.

Drei Jahre lang begleitete das Filmteam Menschen, die sich gegen den Braunkohletagebau wehren. Was als scheinbar aussichtsloser Kampf beginnt, entwickelt sich im Laufe des Films zu einer breiten Klimabewegung mit internationaler Resonanz. Ein Manifest für eine lebenswerte Zukunft.

 

 

Donnerstag, 16.12.2020, 10.00 Uhr

Das Mädchen Wadjda

Spielfilm, Saudi-Arabien, Deutschland 2012, 93 Min, Regie: Haifaa Al Mansour, mit: Waad Mohammed, Reem Abdullah, Abdullrahman Al Gohani, FSK: ab 0, empfohlen ab 10 Jahren

 

Grün ist die Farbe des Propheten, die Farbe der Hoffnung und des Lebens. Und grün ist auch das Fahrrad, das sich die zehnjährige Wadjda wünscht, ein Symbol für Freiheit. In Wadjdas Heimat Saudi-Arabien dürfen Frauen kein Auto fahren und Mädchen keine Fahrräder benutzen. Von solchen Gesetzen hält ein selbstbewusster Teenager wie Wadjda allerdings nicht viel, zumal sie am liebsten Jeans und coole Turnschuhe trägt, mit dem Vater beim Computerspielen um die Wette zockt und auch sonst nicht auf den Mund gefallen ist. Auch die Warnung der Mutter, sie könne vom Fahrradfahren womöglich keine Kinder mehr bekommen, nimmt sie nicht weiter ernst. Vielmehr hat das clevere Mädchen schon eine Idee, wie sie Geld verdienen kann, um das Rad zu kaufen …

Kritisch, aber immer respektvoll setzt sich dieser begeisternde Film mit der muslimischen Religion und dem Leben in Saudi-Arabien auseinander – und er macht Hoffnung, dass die Träume der Kinder die Chance haben, verwirklicht zu werden: Ein Manifest für die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen, von Frauen und Männern.

Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg empfiehlt diesen Film für den schulischen Einsatz.

 

 

Donnerstag, 17.12. 20120, 10.00 Uhr

Mein Leben als Zucchini

(Ma vie de Courgette)

Animationsfilm, Schweiz, Frankreich 2016, 63 Minuten, Regie: Claude Barras, FSK: ab 0, empfohlen: ab 8 Jahren, FBW: “besonders wertvoll” (s. Bild)

 

Zucchini – so lautet der Spitzname eines kleinen, neunjährigen Jungen, der nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter mit einem neuen Leben konfrontiert wird. Der fürsorgliche Polizist Raymond bringt ihn ins Heim zu Madame Papineau. Das Zusammenleben mit den anderen Kindern ist nicht immer einfach, denn auch sie haben bereits viel erlebt und viel zu verarbeiten. Aber sie raufen sich zusammen und geben einander Halt auf dem Weg, ihr Leben in ruhigere Bahnen zu lenken. Eines Tages stößt die mutige Camille zu ihnen, und Zucchini ist zum ersten Mal ein bisschen verliebt. In detaillierter, farbenfroher Stop-Motion-Technik präsentiert Regisseur Claude Barras in seinem Erstlingsfilm einen Einblick in eine Welt, in der Traumata langsam heilen können. Ihm gelingt es auf leichtfüßige Art und Weise, die unterschiedlichen, schwierigen Biografien der Kinder auf behutsame Weise zu beleuchten. Er schafft somit ein Manifest für das Aufwachsen von Kindern ohne Gewalt und in einem Umfeld voller Sicherheit.