Chaplins Stummfilm "Goldrausch" beim Kinderfilmfest CINEPÄNZ

"Chaplin? Das war doch der Spacko, der seinen Schuh aufgegessen hat, oder?" lautete die vorwitzige Frage eines jungen Zuschauers, der mit seinen Eltern zur Filmvorführung des Films "Goldrausch" ins Bürgerzentrum Alte Feuerwache kam. Achtzig weitere Zuschauer wollten die Aufführung dieses wohl bekanntesten Stummfilms des Filmgenies Charles Chaplin miterleben.

Filmreferent Joachim Steinigeweg erklärte in einer kurzen Einführung, wie Kino im Jahre 1924 funktionierte. Zuschauer mussten damals, so erläuterte er, keineswegs lippenlesen können, sondern erhielten die Dialoge des Films per Zwischentitel geliefert. Außerdem wurden Stummfilme auch nicht stumm vorgeführt, sondern musikalisch begleitet.

So auch an diesem Nachmittag. Am Flügel begleitete Joachim Kottmann das Geschehen um den Goldsucher Charlie, für die Geräusche sorgte Perkussionist Florian Brüning. Gemeinsam schufen sie eine dichte, einfühlsame Tonspur, die dem einen oder anderen Zuschauer an manchen Stellen ans Herz ging. So, als Charlie den berühmten Brötchentanz für seine Liebste aufführt, aber dann feststellen muss, dass sich seine Angebetete bisher nur über ihn lustig gemacht hat. Und ja: Charlie, der Goldsucher in der Einsamkeit Alaskas muss tatsächlich seinen Schuh essen, als er droht, vor Hunger umzukommen.

Die Kinder waren begeistert. Und auch der junge "Mann", der sich beim Einlass so despektierlich über Chaplin geäußert hatte, zeigte sich durchaus angetan von diesem Film aus einer Zeit, als das Kino gerade erst laufen gelernt hatte.
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