CINEPÄNZ-Abschlussveranstaltung

Endlich war es so weit: Am Sonntag, dem 20. November standen die Jury-Kinder auf der Bühne des Odeon-Kinos (Bild). Auf den ersten Platz wählten sie den niederländischen Film "Kleine Gangster". Zur Begründung hieß es:

Der Film „Kleine Gangster“ ist etwas für die ganze Familie. Er ist vollgepackt mit Spannung und actionreichen Szenen und außerdem super lustig!

Es war eine lange Festivalwoche. Neun Tage lang liefen in vier Kinos und zehn Bürgerhäusern mehr als 50 Filme in rund 170 Veranstaltungen. Das Programm war weit gefächert:

In den Kinos liefen die Premieren, das sind diejenigen Filme, die noch keinen Filmverleih haben und die noch nicht im Kino oder auch noch nicht in Deutschland gelaufen sind. Diese Filme sichtet die Kinderjury. Sie achtet auf die Qualitätsmaßstäbe, die sie selbst entwickelt hat und vergibt auf der Abschlussveranstaltung des CINEPÄNZ-Preis.

In der Reihe „Specials“ waren all die Filme zu sehen, die nicht den Premierenmaßstäben entsprachen, die aber aufgrund ihrer Qualität dennoch gezeigt werden sollten. Hier fanden auch die Kooperationen mit anderen Festivals, zum Beispiel dem Kurzfilmfestival Köln oder dem Festival Goldener Spatz ihren Platz. Einige Filme, die eher für ein jugendliches Publikum interessant sind, liefen ebenfalls in dieser Sparte.

In Kooperation mit der Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW waren Dokumentarfilme für Schulklassen zu sehen. Bei diesem Programm stellten in der Regel die Filmemacher_innen ihre Filme selbst vor und diskutierten mit den Schüler_innen.

Neu im Cinepänz-Programm ist die entwicklungspolitische Filmreihe, die sich mit den Lebensbedingungen von Kindern in den Ländern des globalen Südens und mit den Fluchtursachen aus diesen Ländern befasst. Dieses Programm wurde von Referenten begleitet, die die gesehenen Filme mit den Zuschauern diskutierten. Zahlreiche Schulklassen nahmen an dieser Reihe teil.

Darüber hinaus waren zehn Bürgerhäuser und Jugendzentren beteiligt, die die Themenreihe „Reise in die Phantasie“ anboten. Zwölf Filme zu diesem Thema liefen in den Einrichtungen, in der Regel begleitet von weiterführenden Spielaktivitäten.

Wie im Vorjahr waren auch in 2016 wieder junge Geflüchtete zu Cinepänz eingeladen. Zwei Filme wurden extra für diese Zielgruppe programmiert. Zum einen lief der Film „Nicht ohne uns“ in einer Vorführung in arabischer Sprache für Flüchtlinge vor allem aus Syrien. Diese nahmen das Angebot gerne an. Zum anderen wurde der Film „Die Winzlinge – Operation Zuckerdose“ ins Programm genommen, weil er ohne Dialoge auskommt und daher für Kinder geeignet ist, die die deutsche Sprache noch nicht beherrschen. Auch zu diesen Vorführungen kamen zahlreiche Flüchtlingskinder. Aber eine kleine Gruppe Flüchtlinge scheute auch nicht davor zurück, sich mit den Fluchtursachen selbst auch auseinanderzusetzen und besuchten die Vorführung des Films „Der Junge Siyar“ aus der entwicklungspolitischen Reihe.

Und nicht zuletzt ist zu betonen, dass CINEPÄNZ versucht, das Filmfestival inklusiv zu öffnen. Einige Filme werden für Gehörlose in die Gebärdensprache übersetzt. Die Kölner Schule für blinde und sehbehinderte Kinder kommt regelmäßig zu Vorführungen, bei denen mit Hilfe der Audiodescription die Bildinhalte in die Tonspur übersetzt werden, damit sehbehinderte Kinder dem Filmbild folgen können. Und nicht zuletzt geht CINEPÄNZ auch in Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf, um den sozial benachteiligten Kindern dort vor Ort die Teilnahme am Festival zu ermöglichen. Dabei kooperieren die zahlreichen Bürgerhäuser und Jugendeinrichtungen.
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