Regisseurin Sabine Bernardi stellt ihren Film "Romeos" bei SEE YOUth vor

Das war schon ein ungewöhnlicher Film für die vierzehn- bis sechzehnjährigen Schüler und Schülerinnen. "Romeos" erzählt die Geschichte des transsexuellen Lukas, der früher ein Mädchen war. Nun lebt er als Junge, verliebt sich ausgerechnet in den Macho Fabio. Für den ist Männlichkeit alles. Und wie soll sich Lukas Fabio nähern, wenn Lukas doch gerade erst dabei ist, zu lernen, wie man ein richtiger Mann wird.

Moderator Joachim Steinigeweg stellte gegenüber den Schülern gleich klar, worum es geht: "Jungs lieben Jungs, Mädchen lieben Mädchen, manchmal verlieben sich auch Junge und Mädchen. Lukas ist ein Junge, war mal ein Mädchen, und das alles ist völlig normal und vollkommen in Ordnung." Danach waren dann auch die Vorlautesten der Schüler ersteinmal nachdenklich gestimmt und hielten sich mit "Ih, die sind schwul"-Ausrufen zurück.

Nach dem Film erklärte die Regisseurin Sabine Bernardi, wie sie zu dem Thema gekommen ist. Nachdem sie einige transsexuelle Jungen kennengelernt hatte, beschloss sie, über das Thema eine Dokumentation zu drehen. In diese Doku flossen dann wiederum so viele Erfahrungen ein, dass sie daran dachte, einen Spielfilm zu inszenieren.

Für die Rolle des transsexuellen Lukas hat sie den Schauspieler Rick Okon gewonnen, der sich mit der schwierigen Rolle auseinandersetzen musste.

Ein großes Anliegen war es für die Regisseurin, Verständnis für das Thema der Transsexualität zu wecken und für Toleranz und Offenheit gegenüber homosexuell lebenden Menschen zu plädieren. Die Vorführung in der Reihe SEE YOUth war die erste Vorführung vor einer Schulklasse, dementsprechend gespannt auf die Reaktionen war die Filmemacherin. Nach dem Gespräch mit den Jugendlichen hoffte sie, mit ihrem Film diesem Ziel ein wenig näher gekommen zu sein.

Foto: Sabine Bernardi
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