Cinepänz: Die Stimme aus der Dunkelheit

Eine Dame bahnt sich den Weg durch das Gewusel der Kinder im Kinofoyer. Sie landet bei Bettina Auf der Brücken und lächelt sie verschmitzt an. Dann macht sie ihr das wohl schönste Kompliment des Tages: "Jetzt habe ich mir einen zweiten Film in der Originalfassung extra wegen ihrer schönen Stimme angeschaut!" Auch die Kinder, das eigentliche Zielpublikum, äußern sich durch die Bank positiv. Keines der Pänz hätte gedacht, wie harmonisch, leicht und angenehm diese Stimme das jeweilige Filmereignis begleitet. "Nach ein paar Minuten gehörte das für mich mit zum Film", resümiert die achtjährige Alexa.

Bettina Auf der Brücken freut sich über das schöne Feedback. Ihre wohlklingende Stimme ist offensichtlich ein genetisches Erbe ihres Großvaters Paul Klinger. In den 1950er- und 1960er-Jahren zählte der schließlich zu den meistbeschäftigten Synchronsprechern in Deutschland. Er sprach viele bekannte Schauspieler wie Charlton Heston, Jean Marais, Jean Gabin, Cary Grant. Daneben stand er auch oft und gern selbst vor der Kamera.

Auf das Cinepänz Festival bereitet sich Bettina Auf der Brücken sorgfältig vor. Bereits 4 Wochen vorher bekommt sie die Filme und Texte. Mit viel Einfühlungsvermögen versucht sie den Rhythmus eines Films zu finden und die oftmals "papierige" Übersetzung so zu bearbeiten, dass sie lebendig wird und die Seele des Films transportiert. "Es ist eine echte Herzblutarbeit", stellt sie fest.

Eigentlich kommt sie vom Tanz, genauer gesagt, ist sie Tanzpädagogin und Diplom-Musicaldarstellerin und arbeitet regelmäßig als Choreografin für Stepptanzprojekte in Graz und München.

Doch bei dem stimmlichen Erbe des berühmten Paul Klinger ist die Tätigkeit als Sprecherin für Hörspiele und Lesungen und eben für das Kinderfilmfestival Cinepänz fast zwangsläufig.

(Foto © http://www.available-life-images.de, Wolfgang Neikes)
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